BILD: Claudio Schwarz | @purzlbaum auf Unsplash

Impakt der Dringlichen Appelle

 
 

 

«Nie, auch nicht in den schlimmsten Momenten, haben wir uns allein gefühlt.»

 

«Als Gewinn bleibt uns die Bestätigung, dass die Solidarität uns in unserem Menschsein erhöht.»

 

(Familie von Facundo Molares)

 

 
 

Für wen setzen wir uns ein?

 

Wir setzen uns für Menschen ein, denen Folter und/oder andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder die Todesstrafe drohen.

 

Unsere Aktionen umfassen Fälle von:

 

  • aussergerichtlichen Hinrichtungen
  • Verschwindenlassen
  • Haft ohne Kontakt zur Aussenwelt
  • unmenschlichen Haftbedingungen
  • ungenügender ärztlicher Versorgung in der Haft
  • willkürlicher Inhaftierung und verfahrenswidrigen Prozessen

 

Weiter intervenieren wir für MenschenrechtsverteidigerInnen, die Verfolgung oder Morddrohungen ausgesetzt sind.

 

Schliesslich können unsere Aktionen auch die drohende Ausschaffung einer Person in ein Land betreffen, wo ihr Folter, Todesstrafe oder andere schwere Menschenrechtsverletzungen drohen.

 

 
 

Was bewirken unsere Briefe?

 

Durch unsere Briefaktionen

 

  • tragen wir dazu bei, die Situation der Opfer von Menschenrechtsverletzungen zu verbessern;
  • unterstützen wir die Angehörigen und die AnwältInnen der Opfer;
  • stärken wir die Menschenrechtsorganisationen vor Ort;
  • bekämpfen wir die Straflosigkeit;
  • üben wir Druck auf die betreffenden Regierungen aus, indem wir sie an ihre internationalen Verpflichtungen in Sachen Menschenrechte erinnern;
  • tragen wir dazu bei, die Menschenrechtssituation im rechtlichen und im gesellschaftlichen Sinn zu verbessern und leisten so Präventionsarbeit;
  • nehmen wir als Christinnen und Christen öffentlich Stellung zu Menschenrechtsverletzungen und verbreiten so Informationen zu den Menschenrechten.
 
 
 

Facundo Molares: «Einfach danke» ...

 

Ein Brief der Familie von Facundo Molares, an alle, die ihn während seiner Gefangenschaft in Bolivien unterstützt haben (→ mehr zu seinem Fall im ACAT-Magazin «Aktiv werden mit ACAT» vom Januar 2021)

 
 

BILD: Familie Molares

 
 
 

«Einfach Danke

 

Danke all jenen, die mit uns waren; den Aktivisten aus der Bevölkerung; den alternativen Medien; den Journalisten; den Gefährten der verschiedensten politischen, sozialen und religiösen Ausrichtungen; den Menschenrechtsorganisationen; den gutherzigen Individuen aus Argentinien, Bolivien und aller Welt; Ausgewanderten, Geflüchteten und politischen Gefangenen; Freunden und Verwandten.

[...]

 

Wir haben Facundos Freiheit erreicht und tragen all jene im Herzen, die uns in diesem Kampf begleitet haben – vom ersten Moment weg [...].

 

Nie, auch nicht in den schlimmsten Momenten, haben wir uns allein gefühlt. Einen Sohn, einen Bruder, einen Enkel in einer solchen Lage zu haben ist sehr schwer, nur die Familie und die nächsten Menschen können dies in vollem Ausmass nachfühlen.

 

Facundos Leiden, die Qualen, die ihm von dieser korrupten Diktatur auferlegt wurden, fühlten wir tagtäglich am eigenen Leib, rastlos in unserer Angst und Sorge. Schlaflose Nächte, aufs Mobiltelefon fixiert, Anrufe und Forderungen, die oft nicht behandelt wurden, die Ungewissheit über seinen [Facundos] Zustand, ohne Nachrichten, ohne zu wissen, ob er noch am Leben war.

 

Die Begleitung so vieler guter Menschen auf diesem Weg erleichterte es uns, auf unser Ziel hinzuarbeiten, nämlich beharrlich seine Freiheit zu erlangen, die Niederträchtigkeit und Herabwürdigung der bolivianischen Diktatur und die Falschheit ihrer Anklage aufzuzeigen und dass Facundo lebend nach Argentinien zurückkehrte.

 

Als Gewinn bleibt uns die Bestätigung, dass die Solidarität uns in unserem Menschsein erhöht.

 

Danke an alle.

 

Familie von Facundo Molares Schoenfeld»

 

(18.02.2021, Übersetzung aus dem Spanischen. Bettina Ryser, ACAT-Schweiz)

 

→ Den ganzen Brief lesen (deutsche Übersetzung oder spanisches Original)