Bild: Juraj Varga from Pixabay

Dringliche Appelle unterschreiben und versenden

 
 

Wir intervenieren mit Briefaktionen zu Gunsten von Personen, deren grundlegende Menschenrechte auf körperliche und seelische Unversehrtheit verletzt wurden. Unsere Aktionen gelten besonders Menschen, die gefoltert wurden oder denen Folter oder die Todesstrafe droht. Wir stützen uns dabei auf völkerrechtliche Instrumente.

 

→ Für wen setzen wir uns ein und was bewirken unsere Briefe?

→ Anleitung: Wie unterschreibe und versende ich die Dringlichen Appelle?

 
 
 

September 2022: MEXIKO

 

MEXIKO: Behörden bedrängen Pater für seine Friedensarbeit

 

Dringlicher Appell September 2022 •• Interventionsfrist: 30. Oktober 2022

 

Pater Marcelo Pérez versucht, rivalisierende Gruppen im Bundesstaat Chiapas miteinander zu versöhnen. Seine Friedensarbeit ist den Behörden jedoch ein Dorn im Auge. Sie beschuldigen ihn nun zu Unrecht, am Verschwinden von 21 Menschen beteiligt zu sein.

 
 

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Interventionsbrief an den Leiter der Menschenrechtsabteilung des mexikanischen Innenministeriums

Die Fallbeschreibung in der September-Ausgabe des Magazins «Aktiv werden mit ACAT» (Seite 3)

 
 
 

 

Bild: ProMedios de Comunicacion Comunitaria_Youtube CC BY (Screenshot)

Pater Marcelo Pérez

 
 
 

Pater Marcelo Pérez ist ein katholischer Gemeindepriester. Er engagiert sich seit langem für die Menschenrechte im Bundesstaat Chiapas. Dort säen verschiedene bewaffnete Akteure – Militär, Paramilitär und Banden des organisierten Verbrechens – Angst und Schrecken. Die Gewalt trifft in erster Linie die indigenen Gemeinschaften, etwa 28 Prozent der Bevölkerung, die dem Kampf um die Kontrolle des Bodens ausgesetzt sind. Die Zivilbevölkerung gerät zwischen die Fronten und die Behörden sind von Korruption durchsetzt. Als Angehöriger der Maya­Ethnie der Tzotzil versucht Pater Pérez, einen Dialog für Frieden und Versöhnung in Gang zu bringen.


Im Jahr 2021 wurde Pater Pérez in der Gemeinde Pantelhó zu Hilfe gerufen. Nach der Ermordung des Menschenrechtsverteidigers Simón Pedro Pérez López beschlossen die Gemeinden, sich als Selbstverteidigungsgruppe zu organisieren, um der ungestraften Gewalt ein Ende zu setzen. Im Zuge von Operationen dieser Gruppe verschwanden 21 Personen, welche die Bevölkerung des organisierten Verbrechens beschuldigt. Die Angehörigen der Vermissten baten Pater Marcelo zu vermitteln, um die Vermissten unversehrt aufzufinden.


Einige mit dem organisierten Verbrechen verstrickte lokale Behörden warfen Pater Marcelo jedoch vor, der Anführer dieser Selbstverteidigungsgruppe und in das Verschwinden involviert zu sein. Am 21. Juni 2022 stellte die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Chiapas Antrag auf einen Haftbefehl gegen Pater Pérez. Die Ermittlungen bestätigten jedoch, dass dieser nicht in das Verschwinden verwickelt war. Die Untersuchung seines Telefons bewies, dass er am Tag der Taten nicht vor Ort war.


Aufgrund seiner Arbeit als Menschenrechtsverteidiger wurde Pater Pérez bereits 2014 von den Behörden verfolgt. Er wurde ausserdem Opfer von Drohungen, Einschüchterungen, Belästigungen und körperlichen Angriffen. Aufgrund dieser gefährlichen Situation erliess die Interamerikanische Menschenrechtskommission 2016 vorsorgliche Massnahmen zu seinem Schutz, die noch immer in Kraft sind.


Nach Ansicht von ACAT-Frankreich stellt der Antrag auf Haftbefehl vom 21. Juni 2022 einen Versuch dar, Pater Pérez daran zu hindern, seine Menschenrechtsarbeit durchzuführen. Anstatt eine umfassende Untersuchung dieser Verbrechen durchzuführen, beschuldigen die Behörden anerkannte lokale Persönlichkeiten der Mittäterschaft. Menschenrechtsverteidiger müssen ihre Arbeit ausüben können, ohne Gefahr zu laufen, von den Behörden behindert zu werden.


Quellen: ACAT-Frankreich, ACAT-Deutschland, Front Line Defenders

 
 

Im Brief an den Leiter der Menschenrechtsabteilung des mexikanischen Innenministeriums bitten wir darum, den Antrag auf Haftbefehl gegen Pater Pérez zurückzuziehen, die willkürliche Verfolgung gegen ihn einzustellen und Massnahmen zum Schutz seiner Gesundheit und seiner Sicherheit zu treffen.

 
 

Unterschreiben Sie den dringlichen Appell und senden Sie ihn an den Leiter der Menschenrechtsabteilung des mexikanischen Innenministeriums:

Mr. Enrique Irazoque Palazuelos
Unidad para la Defensa de los Derechos Humanos (UDDH)
Ministerio del Interior (SEGOB)
Dinamarca 84, Piso 7
Col. Juárez, Delegación Cuauhtémoc
México D.F., C.P. 06600
MEXICO

 

Porto: 2.30 Fr.

 

Mit einer Kopie an die mexikanische Botschaft in der Schweiz:

Herr Luciano Joublanc Montaño
Botschaft von Mexiko
Weltpoststrasse 20, 5. Stock
3015 Bern
 

Porto: 1.10 Fr. (A-Post)


E-Mail: informacionsui(a)sre.gob.mx

 

Interventionsfrist: 30. Oktober 2022 – Vielen Dank für Ihr Engagement!

 

 

 

 
 
 
 

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