Bild: Juraj Varga from Pixabay

Dringliche Appelle unterschreiben und versenden

 
 

Wir intervenieren mit Briefaktionen zu Gunsten von Personen, deren grundlegende Menschenrechte auf körperliche und seelische Unversehrtheit verletzt wurden. Unsere Aktionen gelten besonders Menschen, die gefoltert wurden oder denen Folter oder die Todesstrafe droht. Wir stützen uns dabei auf völkerrechtliche Instrumente. → Für wen setzen wir uns ein und was bewirken unsere Briefe?

 
 
 

 

Blutige Repression gegen Demonstrierende in Kolumbien

 

Dringlicher Appell Juni 2021 •• Interventionsfrist: 15. Juli 2021

 

Seit Ende April 2021 unterdrücken die kolumbianischen Sicherheitskräfte gewaltsam die grosse soziale Protestbewegung, die das Land erschüttert. Zahlreiche Tote und Verletzte sind zu beklagen. Die von der Polizei und der Armee eingesetzten Mittel sind völlig unverhältnismässig.

 
 
 
 
 
 
 

Der Ursprung der Volksdemonstrationen ist ein Projekt zur Steuerreform. Der Plan sah vor, bis 2031 die Steuern für Private und Unternehmen um etwa zwei Prozent des BIP zu erhöhen. Obwohl der umstrittene Gesetzesentwurf zurückgezogen wurde, haben sich die Proteste, die anfänglich durch die Gewalt von Polizei und Armee geschürt wurden, ausgeweitet.


Gewaltsame polizeiliche Unterdrückung

Seit dem 28. April antworten die kolumbianischen Behörden auf die Demonstrationen mit grosser Brutalität. Die schwer bewaffneten, aber schlecht ausgebildeten mobilen Einsatzkräfte (ESMAD) greifen die Menge an und schiessen mit scharfer Munition.
Mehr als sechzig Menschen wurden getötet, circa 2400 verletzt und mindestens 120 werden vermisst. Aus Cali und Bogotá, aber auch aus Medellín, Barranquilla, Manizales und Yumbo erreichen uns immer wieder Berichte über Erschiessungen aus nächster Nähe, willkürliche Verhaftungen, sexuellen Missbrauch und Hinrichtungen im Schnellverfahren. Vor dem Spital der Stadt Popayán wurden Patienten und medizinisches Personal mit Tränengasbomben beschossen.


Einsatz der Armee

Die Oppositionellen verlangen nun die Erneuerung des Gesundheitssystems und die Einhaltung des Friedensabkommens von 2016. In der Tat wurde die geplante Entmilitarisierung nie umgesetzt, und die Gewalt nimmt wieder zu. Unter dem Vorwand, der Protest sei terroristisch infiltriert und deshalb eine Bedrohung, ordnete Präsident Iván Duque militärische Unterstützung für die Polizei an – trotz des Widerstands der kommunalen Behörden der grossen Städte.


Eskalation der Gewalt

Während in Mahnwachen der Opfer der Demonstrationen gedacht wird, verstärkt sich der Druck auf die Regimegegner. Mitglieder von NGOs, Gewerkschaften und Beobachtermissionen wurden zur Ziel-scheibe. Auch Vertreter des Büros des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte wurden angepeilt. Seit den nationalen Streiks von 2019 und September 2020 verletzt die systematische Repression sämtliche Bestimmungen, die das Recht auf friedlichen Protest garantieren sollen.

Dieser von ACAT-Belgien initiierte Dringliche Appell wird auch von den neun anderen europäischen ACATs verbreitet.

 

Sources : Société civile colombienne en Suisse / OMCT / ACAT-Belgique

 
 

Im Brief an den kolumbianischen Präsidenten wird dieser aufgefordert, das Recht von Demonstranten, Menschenrechtsverteidigern und Journalisten auf Leben, körperliche und geistige Unversehrtheit sowie auf Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit zu garantieren. Er soll Verhältnismässigkeit in der Anwendung von Gewalt gegen Demonstranten anordnen, insbesondere beim Einsatz tödlicher Waffen, die nur in Fällen äusserster Notwendigkeit angewendet werden sollen. Wir ersuchen ihn, eine unabhängige Kommission einzusetzen, welche die Gewalttaten, die Rücksichtslosigkeit bei der Anwendung von Gewalt, die sexuellen Übergriffe und den will­kürlichen Freiheitsentzug untersucht, damit die Verantwortlichen dieser Taten identifiziert, vor Gericht gestellt und bestraft werden. Es wird daran erinnert, dass Kolumbien Vertragspartei des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte (ICCPR) und der UN-Konvention gegen Folter ist. Diese Verträge schützen die genannten Rechte, und Kolumbien ist verpflichtet, sie zu respektieren.

 
 

Unterschreiben Sie den dringlichen Appell und senden Sie ihn an :

 

den Präsidenten Kolumbiens

Sr. Iván Duque Márquez

Presidente de la República de Columbia

Casa de Nariño

Carrera 8 No.7-26

BOGOTA 111711

Colombia

 

Porto:     2.00 fr. (priority international)

E-Mail:   contacto(a)presidencia.gov.co

Twitter:  @infopresidencia

 

Mit einer Kopie an :

 

die Botschaft von Kolumbien:

Botschaft von Kolumbien in der Schweiz

Zieglerstrasse 29

3007 Bern

 

Porto:   1.00 fr. (A Post)

E-Mail: esuiza@cancilleria.gov.co

 

Interventionsfrist: 15. Juli 2021

Vielen Dank für Ihr Engagement!

 
 
 
 

Mitgied werden

 

Die Aktivmitglieder von ACAT-Schweiz erhalten Informationen über 11 oder 12 Fälle pro Jahr von Opfern sowie Briefe, die sie unterzeichnen und den jeweiligen Regierungsstellen und Botschaften senden.

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