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Dringliche Appelle unterschreiben und versenden

 
 

Wir intervenieren mit Briefaktionen zu Gunsten von Personen, deren grundlegende Menschenrechte auf körperliche und seelische Unversehrtheit verletzt wurden. Unsere Aktionen gelten besonders Menschen, die gefoltert wurden oder denen Folter oder die Todesstrafe droht. Wir stützen uns dabei auf völkerrechtliche Instrumente. → Für wen setzen wir uns ein und was bewirken unsere Briefe?

 
 
 

 Januar 2022: KATAR

 

KATAR: Insider Abdullah Ibhais kritisiert Arbeitsbedingungen in Katar – 
und muss 3 Jahre ins Gefängnis

 

Dringlicher Appell Januar 2022 •• Interventionsfrist: 28. Februar 2022

  • Abdullah Ibhais hat sich für bessere Arbeitsbedingungen für die ArbeitsmigrantInnen in Katar stark gemacht.
  • Dafür wurde er mit fünf, später mit drei Jahren Haft bestraft. Die Anschuldigung der «Korruption» basiert einzig auf einem erzwungenen Geständnis.
  • Ibhais arbeitete bei der Instanz, die für die Organisation der Infrastruktur für die Fussball-WM 2022 in Katar zuständig ist.
 
 

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Interventionsbrief an den Justizminister von Katar

Die unten stehende Fallbeschreibung auf Seite 2 unseres Magazins «Aktiv werden mit ACAT» (PDF)

 
 
 

 

Bild: Twitter

 
 
 

Der aus Jordanien stammende Abdullah Ibhais war Medien- und Kommunikationschef des katarischen «Supreme Committee» für die Fussball-WM 2022. Am 12. November 2019 wurde er erstmals verhaftet und es wurde ihm Gefährdung der Staatssicherheit zur Last gelegt. Bei den Verhören durch die Staatsanwaltschaft und die Staatssicherheit soll er gezwungen worden sein, ein Geständnis für die weniger schwerwiegenden Straftaten der Bestechung und der Veruntreuung von Staatsgeldern zu unterschreiben.


Unfairer Prozess

 

Beim erstinstanzlichen Gerichtsverfahren im April 2021 widerrief Ibhais dieses Geständnis, da er es unter Drohungen und Zwang abgelegt hatte und ihm die Anwesenheit eines Anwalts verweigert worden war. Doch das Gericht hielt an dem erzwungenen Geständnis fest; dieses war offenbar das einzige belastende Beweisstück, das gegen ihn vorgelegt wurde. Das Gericht verurteilte Abdullah Ibhais wegen angeblicher Korruption zu einer fünfjährigen Haftstrafe. Ein Berufungsgericht verkürzte die Hafstrafe am 15. Dezember 2021 um zwei Jahre. Es hielt aber am Schuldspruch fest. Ibhais durfte nicht zu dieser Gerichtsverhandlung erscheinen, möglicherweise aufgrund starker Gewichtsabnahme infolge eines Hungerstreiks.


Der wahre Grund


Abdullah Ibhais ist der Ansicht, er sei strafrechtlich verfolgt worden, weil er sich 2019 für Tausende streikender Gastarbeiter auf den WM-Baustellen einsetzte, die gegen schlechte Arbeits- und Lebensbedingungen und ausstehende Lohnzahlungen protestiert hatten.*
Abdullah Ibhais’ Recht auf ein faires Verfahren ist mehrfach mit Füssen getreten worden. So darf nach Art. 14, Abs. 3 lit. g des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte kein Angeklagter «gezwungen werden, gegen sich selbst als Zeuge auszusagen oder sich schuldig zu bekennen.» Das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe seinerseits bestimmt in Artikel 15: «Jeder Vertragsstaat trägt dafür Sorge, dass Aussagen, die nachweislich durch Folter herbeigeführt worden sind, nicht als Beweis in einem Verfahren verwendet werden […]».


* Mehr Informationen zu den Arbeitsbe­dingungen auf den WM-Baustellen in Katar finden Sie in unserem Kampagnendossier zum Menschenrechtstag 2021.


Quellen: ACAT-Deutschland, Human Rights Watch, josimarfootball.com/the-trial-of-abdullah-ibhais

 

 
 

Im Brief an den Justizminister von Katar drücken wir unsere Besorgnis über das unfaire Verfahren gegen Abdullah Ibhais aus. Wir beanstanden insbesondere, dass die katarischen Untersuchungsbehörden wie auch die Justiz internationale Verpflichtungen aus UN-Übereinkommen missachtet haben, die Katar ratifiziert hat. Gestützt darauf ersuchen wir den Justizminister, das Urteil gegen Abdullah Ibhais aufzuheben, die Verfahrensfehler zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ausserdem soll Katar seine Verpflichtungen aus ratifizierten Konventionen einhalten.  

 
 

Unterschreiben Sie den dringlichen Appell und senden Sie ihn an den Justitzminister von Katar:

HE Mr Masoud bin Mohammed Al Ameri
Minister of Justice
P.O. Box 917
Doha
QATAR


Porto: Fr. 2.30
E-Mail: info(a)moj.gov.qa 


Mit einer Kopie an die Botschaft in der Schweiz:

Embassy of the State of Qatar
c/o Hotel Schweizerhof Bern
Bahnhofplatz 11
CH-3001 Bern


Porto: 1.10 Fr. (A-Post)
E-Mail: bern(a)mofa.gov.qa 

 

Interventionsfrist: 28. Februar 2022 – Vielen Dank für Ihr Engagement!

 
 
 
 

Mitgied werden

 

Die Aktivmitglieder von ACAT-Schweiz erhalten Informationen über 11 oder 12 Fälle pro Jahr von Opfern sowie Briefe, die sie unterzeichnen und den jeweiligen Regierungsstellen und Botschaften senden.

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