Bild: Juraj Varga from Pixabay

Dringliche Appelle unterschreiben und versenden

 
 

Wir intervenieren mit Briefaktionen zu Gunsten von Personen, deren grundlegende Menschenrechte auf körperliche und seelische Unversehrtheit verletzt wurden. Unsere Aktionen gelten besonders Menschen, die gefoltert wurden oder denen Folter oder die Todesstrafe droht. Wir stützen uns dabei auf völkerrechtliche Instrumente. → Für wen setzen wir uns ein und was bewirken unsere Briefe?

 
 
 

 

Oktober 2021: DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO (DRK)

 

DRK: Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für die Opfer von Kisangani 

 

Dringlicher Appell Oktober 2021 •• Interventionsfrist: 30. Oktober 2021


Zwischen dem 5. und 10. Juni 2000 kam es im «Sechs-Tage-Krieg» zu mehr als tausend Todesfällen in Kisangani und Umgebung. Seit mehr als zwanzig Jahren fordern Opfer aus dieser Stadt in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) Wiedergutmachung und Gerechtigkeit.

 
 

Downloads

 

Interventionsbrief an den Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo

Die unten stehende Fallbeschreibung inkl. Versandadressen als PDF im «Aktiv werden mit ACAT» (Ausgabe Oktober 2021, Seiten 2-3)

 
 
 

Standbild aus dem Trailer des Dokumentarfilms «Downstream to Kinshasa»

 

Bild: Sister Distribution auf Youtube (screenshot)
«Downstream to Kinshasa» von Dieudo Hamadi, © Kiripifilms, les Films de l’oeil sauvage, Néon rouge

 
 
 

Der zweite Kongokrieg beginnt 1998; bis 2003 stehen sich sieben afrikanische Länder gegenüber. Ein grosser Teil des Ostens der DRK wird von kongolesischen Rebellengruppen und ihren ausländischen Verbündeten kontrolliert. Die Stadt Kisangani liegt in der Ostprovinz und nimmt eine strategische militärische Position am Zusammenfluss des Kongo­flusses und der Flüsse Tshopo und Lindi ein. Sie ist auch die Heimat eines lukrativen Diamant- und Goldhandels.


Im August 1999 artet die Krise zwischen Ruanda und Uganda um die Kontrolle von Kisangani in einen offenen Konflikt aus. Zwischen dem 5. und 10. Juni 2000 kommt es zum «Sechs-Tage-Krieg»: die beiden Seiten liefern sich «wahllose Angriffe mit schweren Waffen, die zwischen 244 und 760 Zivilpersonen töten und mehr als 1000 verletzen», gibt der Mapping Report der Vereinten Nationen an. Lokale Verbände sprechen von mehr als 1000 Todesfällen und 6600 abgefeuerten Granaten, die die Zerstörung von mindestens 800 Gebäuden verursacht haben, darunter der Kathedrale. Tausende von Menschen fliehen aus der Stadt.


Kämpfen gegen das Vergessen


Einundzwanzig Jahre später leben zahlreiche Verwundete mit einer körperlichen und seelischen Behinderung; andere haben Mitglieder ihrer Familie verloren und leben mit diesem alten Trauma. Kongolesische Führer, von denen einige heute im Amt sind, nahmen an diesen Zusammenstössen teil und nutzten sie aus. Die Narben dieses Krieges bleiben in der Stadt sichtbar, ohne dass die Behörden bis heute das geringste Denkmal für die Opfer dieser Kriegsverbrechen errichtet hätten.


Opfergruppen werden aktiv, damit dieses Drama offiziell anerkannt wird, und um Gerechtigkeit und Wiedergutmachung zu erhalten. Der Filmemacher Dieudonné Hamadi widersetzt sich in seinem Film «Downstream to Kinshasa» dem Gedächtnisschwund und beleuchtet den Kampf dieser Opfer. Dieser von ACAT-Frankreich mitgetragene Dokumentar­film, wurde mehrfach ausgezeichnet*. Nach Jahrzehnten der Verleugnung und des Schweigens ist es Zeit für den Wiederaufbau und die Rehabilitierung für Kisangani und seine Bewohner.


Quelle: ACAT-Frankreich

* Der Film erscheint in Frankreich/in der Schweiz im Herbst 2021

 
 

Im Interventionsbrief werden dem Präsidenten der DRK die schwerwiegendsten Bedenken in Bezug auf die fehlende Gerechtigkeit und Wiedergutmachung nach den in Kisangani und Umgebung zwischen 1998 und 2002 begangenen Kriegsverbrechen übermittelt. Die Opfer erwarten Unterstützung von ihren Vertretern. So wird vom Präsidenten der DRK verlangt, anzuordnen, dass die Justiz endlich die Rolle der Verantwortlichen untersucht, diese verfolgt und verurteilt und den Opfern und/oder ihrer Familie eine Wiedergutmachung zuerkennt. Es wird daran erinnert, dass die DRK namentlich Vertragspartei des internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte (IPBPR) und des Übereinkommens der UNO gegen Folter (CAT) ist, die sie einhalten muss. Das Übereinkommen gegen Folter sieht ein Recht der Opfer auf Wiedergutmachung, Entschädigung und Rehabilitierung seitens des Staates vor, der für die begangenen Handlungen verantwortlich ist.

 
 

Unterschreiben Sie den dringlichen Appell und senden Sie ihn an:

 

den Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo:

 

SEM Félix-Antoine Tshisekedi Tshilombo
Président de la République
Secrétariat du Cabinet du Chef de l’État
Palais de la Nation
Avenue roi Baudouin
Kinshasa – Gombe, BP 201 Kin 1
République démocratique du Congo (RDC)


Porto: 2.00 Fr. (A-Post)
Twitter: @Presidence_RDC


Mit einer Kopie an die Botschaft der DRK in der Schweiz:
Botschaft der Demokratischen Republik Kongo
Kanzlei
Postfach 2235
3001 Bern


Porto: 1.00 Fr. (A-Post)
E-Mail: rdcambassy(a)bluewin.ch 

 

Interventionsfrist: 30. Oktober 2021

 

Vielen Dank für Ihr Engagement!

 
 
 
 

Mitgied werden

 

Die Aktivmitglieder von ACAT-Schweiz erhalten Informationen über 11 oder 12 Fälle pro Jahr von Opfern sowie Briefe, die sie unterzeichnen und den jeweiligen Regierungsstellen und Botschaften senden.

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