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Dringliche Appelle unterschreiben und versenden

 
 

Wir intervenieren mit Briefaktionen zu Gunsten von Personen, deren grundlegende Menschenrechte auf körperliche und seelische Unversehrtheit verletzt wurden. Unsere Aktionen gelten besonders Menschen, die gefoltert wurden oder denen Folter oder die Todesstrafe droht. Wir stützen uns dabei auf völkerrechtliche Instrumente.

 

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Juni 2024: SÜDSUDAN

 

SÜDSUDAN — Morris Mabior Awikjok Bak muss freikommen!

 

Dringlicher Appell Juni 2024 •• Interventionsfrist: 15. Juli 2024

 

Der südsudanesische Menschenrechtsverteidiger Morris Mabior Awikjok Bak wurde am 4. Februar 2023 in seinem kenianischen Exil entführt und nach Südsudan verschleppt. Trotz einer Freilassungsanordnung hält ihn der Geheimdienst weiterhin willkürlich fest. Schreiben Sie jetzt, um seine Freilassung zu verlangen!

 
 

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Dringlicher Appell (Interventionbrief) an Salva Kiir Mayardit, Präsident des Südsudan

 

 
 
 

Foto: Facebook

 
 
 

Fallbeschreibung

 

Im April 2024 wurde Morris Mabior Awikjok Bak der Verleumdung von Akol Koor Kuc, dem Direktor des nationalen Geheimdiensts NSS (National Security Service), angeklagt. Obwohl im selben Monat seine Freilassung auf Kaution beschlossen worden war, hält der NSS ihn unter dem Vorwand von Ermittlungen wegen Verbrechen gegen den Staat immer noch fest.

Vor seinem Prozess, also mehr als ein Jahr lang, wusste niemand, wo Morris Mabior Awikjok Bak sich befand. Er wurde an einem geheimen Ort ohne Kontakt zur Aussenwelt festgehalten. Seiner Familie zufolge soll er Folter und andere Misshandlung erlitten haben. Auch die Gefahr einer aussergerichtlichen Hinrichtung war sehr gross.

 

Die Entführung

 

Nach unseren Informationen wurde Morris Mabior Awikjok Bak am 4. Februar 2023 im Exil in seinem Haus in Nairobi, der Hauptstadt Kenias, überfallen. Bewaffnete kenianische Sicherheitskräfte und ein mutmasslicher Zivilist aus dem Südsudan nahmen ihn willkürlich fest. Seine Frau wurde geschlagen. Amnesty International berichtete, Morris Mabior Awikjok Bak sei nach Juba, der Hauptstadt des Südsudan, gebracht worden. Dort soll er am 5. oder 6. Februar 2023 angekommen und in eine Haftanstalt des NSS gebracht worden sein, die als «Blaues Haus» bekannt ist.

 

Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen

 

Vor seiner Festnahme war Morris Mabior Awikjok Bak Direktor der NGO Youth Alliance Network. Er ist ausserdem der ehemalige Generalsekretär einer Arbeitervereinigung im Südsudan. Der Aktivist ist dafür bekannt, zahlreiche Menschenrechtsverletzungen durch den NSS dokumentiert zu haben. Ein Beispiel ist der Vorfall in Rualbet Payam im Jahr 2022, bei dem Frauen vergewaltigt und zahlreiche junge Männer gefoltert und getötet wurden. Morris Mabior Awikjok Bak machte auch auf die mutmassliche Rolle des NSS beim Ausbruch von Konflikten zwischen Bevölkerungsgruppen im Bundesstaat Jonglei im Südsudan aufmerksam. Im Zusammenhang mit diesen Fällen sprach er sich öffentlich für Sanktionen gegen einige hochrangige Beamte des NSS aus.

 

Der Südsudan ist Vertragspartei des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte. Dieser besagt, dass niemand willkürlich festgenommen oder in Haft gehalten werden darf und dass jeder Mensch das Recht hat, dass seine Sache vor einem unabhängigen, rechtmässigen Gericht verhandelt wird. Der Südsudan ist auch Vertragspartei der UN-Konvention gegen Folter. Diese besagt, dass niemand der Folter unterworfen werden darf.

 

Quellen: Human Rights Watch, Amnesty International, ACAT-Deutschlan

 

 
 

Im Interventionsbrief bitten wir den südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir Mayardit, seinen Einfluss für die sofortige Freilassung von Morris Mabior Awikjok Bak geltend zu machen. Wir verlangen für ihn auch Schutz vor jeglicher Folter und Misshandlung. Er soll die Möglichkeit haben, den Südsudan zu verlassen, falls er dies wünscht, und soll unbeschränkten Zugang zu seiner Familie, seinen Anwälten und medizinischer Versorgung erhalten. Schliesslich fordern wir, dass die Entführung von Morris Mabior Awikjok Bak unabhängig und unparteiisch untersucht wird, damit die Verantwortlichen identifiziert und fair verurteilt werden können.

 
 

Interventionsbrief an den Präsidenten des Südsudan:

 

President Salva Kiir Mayardit
Presidential Palace
Kololo Road, Juba
Juba
South Sudan

 

Porto: 2.50 Fr.

 

Fax: 00 66 - 2 2283 42 49

 

Twitter: @SouthSudanGov

 

Kopie an die Botschaft in der Schweiz:

 

Ambassade du Soudan du Sud
Avenue de France 23
1202 Genève

 

Porto: 1 Fr. (B-Post)
 

Interventionsfrist: 15. Juli 2024 – Vielen Dank für Ihr Engagement!

 

 
 
 
 

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Die Aktivmitglieder von ACAT-Schweiz erhalten Informationen über 11 oder 12 Fälle pro Jahr von Opfern sowie Briefe, die sie unterzeichnen und den jeweiligen Regierungsstellen und Botschaften senden.

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