Bild: Juraj Varga from Pixabay

Dringliche Appelle unterschreiben und versenden

 
 

Wir intervenieren mit Briefaktionen zu Gunsten von Personen, deren grundlegende Menschenrechte auf körperliche und seelische Unversehrtheit verletzt wurden. Unsere Aktionen gelten besonders Menschen, die gefoltert wurden oder denen Folter oder die Todesstrafe droht. Wir stützen uns dabei auf völkerrechtliche Instrumente.

 

→ Für wen setzen wir uns ein und was bewirken unsere Briefe?

→ Anleitung: Wie unterschreibe und versende ich die Dringlichen Appelle?

 
 
 

November 2022: DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO (DRK)

 

Dem. Rep. Kongo: Todesurteil nach unfairem Prozess

 

Dringlicher Appell November 2022 •• Interventionsfrist: 15. Januar 2023

 

Joseph Mwamba Nkongo wurde, ungeachtet eines unfairen Verfahrens, zum Tod verurteilt. Wie über 500 andere Todestrakt-Insassen in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) wartet er jetzt auf seine Hinrichtung, ohne deren Datum zu kennen.

 
 

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Interventionsbrief an den Präsidenten der DRK

Die Fallbeschreibung in der November-Ausgabe des Magazins «Aktiv werden mit ACAT» (Seite 2)

 
 
 

 

Bild: Flickr Radio Okapi, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Markt in Matete, Kinshasa

 
 
 

Am 25. Dezember 2021 tötete Joseph Mwamba seine Frau auf dem Markt der Gemeinde Matete in Kinshasa. Noch bevor die Polizei den Sachverhalt aufnahm, wurde er von Polizisten und Passanten heftig verprügelt, wobei andere Polizisten gleichgültig zuschauten. Dann wurde er festgenommen und zum nächsten Polizeiposten gebracht. Die Staatsanwaltschaft ersuchte das Gericht von Kinshasa / Matete um eine Anhörung im Schnellverfahren.


Joseph Mwamba wurde am 28. Dezember 2021, also drei Tage nach seiner Festnahme, vor dem Gericht in Kinshasa / Matete unter unfairen Bedingungen der Prozess gemacht. Die Anwälte der Zivilpartei erhielten weit mehr Redezeit als jene der Verteidigung. Der Grundsatz des kontradiktorischen Verfahrens wurde somit verletzt. Am Ende des Prozesses verurteilten die Richter Joseph Mwamba zum Tod. Seither sitzt Mwamba im Makalagefängnis ein wie weitere mehr als 500 Todestraktinsassen, die auf ihre Hinrichtung warten, ohne deren Datum zu kennen. Die DRK hat 2003 ein Todesstrafe-Moratorium eingeführt.


Wie viele andere Häftlinge in diesem Gefängnis, erhält auch Joseph Mwamba unzureichend ärztliche Versorgung und Nahrung. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide. Hinzu kommt die psychologisch belastende Ungewissheit des langen Wartens im Todestrakt.
Zwar hat Joseph Mwamba Nkongo eine grausame Straftat begangen, die als Ehegattenmord einzustufen und entsprechend zu ahnden ist. Dennoch ist es wesentlich, dass der kongolesische Staat das Todesurteil gegen diesen Mann umwandelt. Er wurde misshandelt, das Recht auf ein faires Verfahren wurde ihm verwehrt, und das Warten im Todestrakt kommt Folter gleich.


Quelle: ACAT-DRK

 
 

Im Brief an den Präsidenten der DRK bitten wir um die Umwandlung der Todesstrafe von Joseph Mwamba Nkongo, eine Revision seines Verfahrens unter fairen Bedingungen und eine Verbesserung der Haftbedingungen. Schliesslich ersuchen wir darum, dass in der DRK alle Todesurteile umgewandelt und keine neuen verhängt werden, um dem Problem der unhaltbaren Warterei im Todestrakt ein Ende zu setzen. Wir erinnern auch daran, dass die DRK dem Übereinkommen gegen Folter angehört, laut dessen Artikel 16 sich jeder Vertragsstaat verpflichtet, in jedem seiner Hoheitsgewalt unterstehenden Gebiet andere Handlungen zu verhindern, die eine grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe darstellen.

 
 

Unterschreiben Sie den dringlichen Appell und senden Sie ihn an den Präsidenten der DRK:

Monsieur le Président Félix-Antoine Tshisekedi Tshilombo
Palais de la Nation
Av. roi Baudouin
Kinshasa – Gombe
BP 201 Kin 1
République démocratique du Congo

 

Porto: 2.30 Fr.

 

Mit einer Kopie an die Botschaft in der Schweiz:

Herr Sébastien Mutomb Mujing
Botschafter der Demokratischen Republik Kongo in Bern
Sulgenheimweg 21
Postfach 5261
3001 Bern
 

Porto: 1.10 Fr. (A-Post)


E-Mail: rdcambassy(a)bluewin.ch

 

Interventionsfrist: 15. Januar 2023 – Vielen Dank für Ihr Engagement!

 
 
 
 

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