Bild: ACAT-Frankreich

 
 

 
 
 
 
 
 

 

26. Juni 2024: beten für Menschen, die Folter erlitten haben

 
 

Der 26. Juni ist der Internationale Tag zur Unterstützung der Folteropfer. Für die internationale ACAT-Bewegung ist dieser Tag ein Schlüsseldatum.*

 

Mit dieser Initiative wird eine internationale Kette von Menschen geschaffen, die in dieser Nacht der Opfer gedenken. Wir wollen den 26. Juni gemeinsam begehen und allen Menschen, die Folter erlebt haben oder heute erleiden, unsere Solidarität bekunden. 

 

Die Nächtliche Gebetswache wurde 2006 von ACAT-Frankreich ins Leben gerufen.

 

* Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat den 26. Juni zum Internationalen Tag zur Unterstützung der Folteropfer erklärt. Angestrebt werden die Beseitigung der Folter und die Einhaltung des Übereinkommens der Vereinten Nationen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe.

 

 

Ihre Teilnahme

 

Eine gemeinsame Gebetswache organisieren, eine Kartenschreib-Aktion auf die Beine stellen, zu Hause beten, oder einfach eine Kerze anzünden oder ein Lied singen: Es gibt viele Formen der Beteiligung.

 

Willkommen ist jede Aktion, die den Symbolgehalt des Internationalen Tages zur Unterstützung der Folteropfer stärkt.

 

Bitte teilen Sie uns Ihr Vorhaben mit: Zünden Sie zu Hause eine Kerze an? Beten Sie zusammen mit anderen Menschen? Schreiben Sie den Betroffenen? Ihre Infos und Bilder Ihres Anlasses sind hochwillkommen: Katleen De Beukeleer, k.debeukeleer@acat.ch

 

→ Melden Sie Ihre Veranstaltung auch an auf www.nuitdesveilleurs.fr

 
 

Möchten Sie für ACAT-Schweiz spenden oder eine Kollekte machen?

 

Herzlichen Dank ♥!

 
IBAN: CH16 0900 0000 1203 9693 7

ACAT-Schweiz, Speichergasse 29, CH-3011 Bern

 

→ Muster-Kollektenansage für Ihre Kirche

 
 
 
 

 

Menschen, für die wir beten

 
 
 
 
 

Bild: Saïda El Alami, Facebook

 
 

-- MAROKKO --

 

Saïda El Alami 

 

Saïda El Alami ist eine Menschenrechtsverteidigerin, die sich auf Facebook als «politische Dissidentin» bezeichnet. Sie äussert sich dort kritisch über die Sicherheitskräfte und die Justiz, unter anderen wegen derer Korruption. Sie macht auch ihre Unterstützung für Gewissensgefangene sichtbar.

 

Am 22. März 2022 kritisiert sie in den sozialen Netzwerken einen hohen Beamten, der gegen sie ermittelt. Tags drauf wird sie von der nationalen Brigade der Kriminalpolizei vorgeladen. Vier Anklagepunkte werden gegen sie erhoben, darunter «Beleidigung von öffentlichen Beamten bei der Ausübung ihrer Funktion».

 

In den ersten zwölf Tagen nach ihrer Verhaftung darf Saïda El Alami keinen Anwalt beiziehen. Sie wird im April 2022 zu zwei Jahren Gefängnis ohne Bewährung und einer Busse verurteilt. Ein Berufungsgericht verschärft im September 2022 ihre Strafe auf drei Jahre ohne Bewährung. Gegenwärtig ist sie in Casablanca in Haft.

 

Im Mai 2023 wird sie in einem zweiten Fall wegen «Beleidigung des Königs» und «Beleidigung eines Richters oder eines Beamten bei der Ausübung seines Amtes» zu zwei Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Dieses Urteil wird in der Berufung auf acht Monate Haft reduziert.

 

Im Juni 2023 berichtet sie ihrem Anwalt von gesundheitlichen Problemen und äussert den Verdacht, in ihrer Zelle von einer versteckten Kamera ausspioniert zu werden. Dies wäre ein schwerer Verstoss gegen ihre Privatsphäre. Saïda El Alami ist seit Beginn ihrer Gefangenschaft in Einzelhaft, und überdies darf sie die Zelle nur eine halbe Stunde pro Tag verlassen. Diese Haftbedingungen sind als Folter zu betrachten.

 

Zum Glück hat Saïda El Alami die Kraft, dies durchzustehen. Ihr Engagement gegen die üblen Machenschaften der marokkanischen Justiz bleibt unerschütterlich.

 
Beten Sie für Saïda El Alami, beten Sie für ihre Freilassung!

Unterstützen Sie sie, indem Sie ihr schreiben:

  

ACAT-Schweiz
Aktion Saïda El Alami
Speichergasse 29
3011 Bern

 

Sie schreiben ihr am besten in Französisch, falls möglich. ACAT-Schweiz wird Ihre Briefe weiterleiten.

 

 

 
 
 

Bild: Abdul Karim Ali auf X

 
 

-- KAMERUN --

 

Abdul Karim Ali

 

Abdul Karim Ali ist ein kamerunischer Menschenrechtsverteidiger und Friedensaktivist. Er ist willkürlich inhaftiert, weil er die Anwendung von Folter durch einen Militäroffizier angeprangert hat.

 

Am 11. August 2022 nehmen Gendarmen Abdul Karim Ali in der kamerunischen Region Nordwest fest. Sie haben keinen Haftbefehl. Unter Verletzung der grundlegenden internationalen Haft­regeln bleibt er 84 Tage in Gewahrsam, davon mehrere Tage im Geheimen. Er teilt eine sechs Quadratmeter grosse Zelle ohne Fenster, Toilette oder Matratze mit zwölf anderen Gefangenen. Mehrere Tage lang bekommt er weder Wasser noch Nahrung. Er erhält keine offizielle Erklärung für seinen Gewahrsam, wird aber zu einem Social Media-Video befragt, in dem er einen Offizier beschuldigt, Zivilisten gefoltert zu haben.

 

Anfang November 2022 wird Abdul Karim Ali in die Zentralstelle für gerichtliche Untersuchungen in Yaoundé verlegt. Diese Einrichtung ist berüchtigt, da Gefangene dort regelmässig gefoltert werden. Am 7. November 2022 erscheint Abdul Karim Ali zum ersten Mal vor einem Militärgericht. Dies, obwohl das Militär nicht befugt ist, Zivilisten zu verurteilen.

 

Ende Januar 2023 wird Abdul Karim Ali in das Zentralgefängnis Kondengui in Yaoundé verlegt*. Im März 2023, nach über 200 Tagen Haft ohne Anklage, wird Abdul Karim Ali offiziell wegen «Feindseligkeiten gegen das Vaterland», «Sezession», «Meldeversäumnis» und «Rebellion» angeklagt. Er erscheint mehrmals vor dem Militärgericht. Das Verfahren kommt nicht voran, da keine Beweise für seine Schuld vorliegen. Die politischen Motive für seine Inhaftierung sind keine Straftaten.

 

* Das Zentralgefängnis Kondengui ist auch der Ort, an dem unser Projektpartner EMINED tätig ist. Die Organisation belgeitet dort die minderjährigen Gefangenen. ACAT-Schweiz unterstützt mit ihrem EMINED-Fonds die Rechtshilfe für die Jugendlichen. 

 

 

Beten Sie für Abdul, und für Frieden in Kamerun!
Unterstützen Sie ihn, indem Sie ihm schreiben:

 

ACAT-Schweiz
Aktion Abdul Karim Ali
Speichergasse 29
3011 Bern

 

Wenn möglich schreiben Sie Abdul in Englisch. ACAT-Schweiz wird Ihre Briefe weiterleiten.

 

 
 
 

Bild: Texas Department of Criminal Justice

 
 

-- USA --

 

Areli Escobar

 

Areli Escobar wird 2011 für den Mord an Bianca Maldonado zum Tod verurteilt. Die Frau wurde 2009 tot in ihrer Wohnung in Austin, Texas aufgefunden. Sie wurde vergewaltigt und erstochen. Der Verdacht fällt rasch auf Areli Escobar, der im selben Häuserblock lebt.


Doch mangels Zeugenaussagen, die ihn mit dem Verbrechen in Verbindung bringen, stützt die Anklage ihre Argumentation wesentlich auf DNA-Tests. Das Labor kommt zum Schluss, es könne «nicht ausgeschlossen werden, dass die DNA von Areli Escobar» am Tatort vorhanden war. Die Jury ist überzeugt und verurteilt Areli Escobar zum Tod.


Nach Abschluss des Prozesses wird das Labor, welches die Proben analysiert hatte, geschlossen. Eine polizeiliche Untersuchung brachte zutage, dass es systematische Fehler begangen hatte.


Bei einem Rekurs vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten ergreift der Staatsanwalt José Garza, der eigentlich den Staat Texas vertritt, ausdrücklich zugunsten von Areli Escobar das Wort. Er erklärt, die forensischen Beweise, die er selbst zuvor der Jury vorgelegt hatte, seien «fehlerhaft und irreführend». Der Fall wird zur Neubeurteilung an das Berufungs­gericht von Texas zurückgewiesen.


In einem unverständlichen Urteil lehnt es das Berufungsgericht jedoch ab, die Schlussfolgerungen des Obersten Gerichtshofs anzuerkennen. Das Todesurteil von Areli Escobar wird bestätigt. Die Richter schrecken nicht davor zurück, das Fazit eines 86-seitigen Dokuments völlig zu ignorieren, wonach die DNA-Tests von Areli Escobar manipuliert sind.

 

Das Hin und Her zwischen den gericht­lichen Instanzen geht weiter. Der Hauptbetroffene aber bleibt gefangen in der Ungewissheit und der Angst vor einer möglichen Hinrichtung.

 

 

Beten Sie für ihn und dafür, dass er ein gerechtes Urteil erhält!

Unterstützen Sie ihn, indem Sie ihm schreiben:

 

TDCJ
Mr. Areli Escobar,
# 00999564
P.O. Box 660400
Dallas, Tx 75266,
USA

 

Porto: 2.50 CHF. Wenn möglich schreiben Sie ihm bitte auf Englisch oder Spanisch.

 

 

 
 
 

BILDER: alle Rechte vorbehalten

 
 

-- MEXIKO --

 

Luisa Muñoz Gonzales, Fernando Romo Salas und Luis Romo Muñoz

 

Luisa Muñoz Gonzales und Fernando Romo Salas sind die Eltern von Luis Romo Muñoz. Der damals 21-jährige Mann wird seit dem 19. Juni 2011 in Chihuahua, Mexiko vermisst.

 

An diesem Tag ist die Familie Muñoz zu einer Feier versammelt, da tauchen sechs bewaffnete Männer bei ihnen auf. Manches deutet darauf hin, dass sie der Bundespolizei angehören. Sie verschleppen gewaltsam acht Männer der Familie, darunter Luis. Sie alle wurden seither nie mehr gesehen.

 

Der Vorfall wird nicht untersucht, niemand wird vor Gericht gestellt. Jahrelang streiten die Behörden jede Beteiligung ab. Die Justiz erklärt sich für nicht zuständig und weist die von der Familie eingereichten Klagen eine nach der anderen ab. Im Jahr 2021 wird schliesslich ein Polizist angeklagt. Da jedoch das allgemeine Gesetz über das gewaltsame Verschwindenlassen von Personen zum Zeitpunkt der Tat noch nicht in Kraft war, wird er nur wegen geringfügiger Vergehen strafrechtlich verfolgt.

 

Im Jahr 2022 legt eine NGO Berufung ein, damit jegliche Verwicklung der Behörden untersucht wird und der verdächtigte Polizist wegen Verschwindenlassens vor Gericht kommt. Bis heute ist diese Berufung erfolglos geblieben. Das Verfahren scheint festgefahren zu sein.

 

Luisa Muñoz Gonzales und Fernando Romo Salas kämpfen weiterhin für die Suche nach ihrem Sohn und fordern Gerechtigkeit. Trotz der Hindernisse und des Drucks der Behörden wurden DNA-Analysen an gefundenen Knochenfragmenten durchgeführt. Leider konnten keine Knochen mit den Vermissten in Verbindung gebracht werden.

 

Das Verschwindenlassen in Mexiko war auch das Thema unserer diesjährigen Karfreitagsaktion.

 

 
Beten Sie, dass die Familie Muñoz ihre Liebsten zurückfindet!

Unterstützen Sie sie, indem Sie ihnen schreiben:
 
ACAT-Schweiz
Aktion Familie Muñoz
Speichergasse 29
3011 Bern

 

Wenn möglich schreiben Sie ihnen bitte auf Spanisch, oder auf Englisch. ACAT-Schweiz wird Ihre Briefe weiterleiten.

 

 

 
 
 

Bild: Umubavu Tv Online auf Youtube, CC BY

 
 

-- RUANDA --

 

Dieudonné Niyonsenga

 

Dieudonné Niyonsenga ist ein unabhängiger ruandischer Journalist, der auf Youtube unter dem Namen Cyuma Hassan bekannt ist. Er wird seit November 2021 in Kigali festgehalten und ist regelmässig Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt.

 

Im Februar 2020 bekräftigt Dieudonné Niyonsenga öffentlich, dass er bei der Beerdigung von Kizito Mihigo Verletzungen in dessen Gesicht festgestellt habe. Damit stellt er die offizielle Version in Frage, wonach der berühmte ruandische Sänger und Friedensaktivist im Gefängnis Selbstmord begangen habe. Niyonsenga wird zwei Monate später unter dem Vorwand administrativer Gründe festgenommen.

 

Im März 2021 wird er, nach einem Jahr Untersuchungshaft, von allen Anklagepunkten freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft erhebt Einspruch, und in einer tragischen Wendung der Ereignisse wird Dieudonné Niyonsenga im Berufungsverfahren wegen «Dokumentenfälschung, illegaler Ausübung des Journalistenberufs und Behinderung öffentlicher Arbeiten für schuldig befunden. Er wird zu sieben Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Diese Strafe ist angesichts der vorgeworfenen Straftaten besonders unverhältnismässig.

 

Seit seinem Berufungsverfahren prangert Dieudonné die Folter und die unwürdigen Haftbedingungen an, denen er ausgesetzt ist. Er sagt aus, er sei sexuell missbraucht worden, werde regelmässig von seinen Wärtern verprügelt und in einem «Loch» ohne Licht festgehalten, das sich regelmässig mit Wasser füllt.

 

Ruanda darf die freie Meinungs­äusserung von Dissidenten nicht weiterhin ungestraft unterdrücken, indem es diese Menschen unter irgendwelchen Vorwänden einsperrt, foltert und unter schlechten Bedingungen festhält.

 

Vielen Dank an alle, die sich bereits während unserer Aktion zum Tag der Menschenrechte 2022 («Ruanda zwischen Wirtschaftsboom und Menschenverachtung») für Dieudonné Niyonsenga eingesetzt haben.

 

Beten Sie für seine Freilassung und seine Gesundheit!

Unterstützen Sie ihn, indem Sie ihm schreiben:

 

M. Dieudonné Niyonsenga
c/o Rwanda correctional service
KN 4 Ave
P.O. Box 6516
Kigali
Rwanda

 

Porto: 2.50 CHF. Dieudonné Niyonsenga versteht Französisch und Englisch.

 

 
 
 

Quellen: ACAT-Frankreich, Action Citoyenne pour la Paix (Fall Dieudonné Niyonsenga), Texas Department of Criminal Justice/Texas Tribune/New York Times (Fall Areli Escobar)

 
 

 

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