© Bilder: ACAT-Schweiz

 
 
 
 
 
 

Kampagne Menschenrechtstag 10.12.2019

 

Petition für eine menschliche Schweizer Politik

 

gegenüber Asylsuchenden aus Eritrea

 
 

Die Petition wird mitgetragen von:

 
 

Die Schweiz treibt eritreische Flüchtlinge in die Verelendung 

 

In den letzten Jahren hat das Schweizer Staatssekretariat für Migration (SEM) seine Asylpraxis gegenüber eritreischen Asylsuchenden laufend verschärft. Seit 2016 anerkennt es eritreische Staatsangehörige, die vom Nationaldienst befreit, daraus entlassen oder noch nie dafür aufgeboten wurden, nicht mehr als Flüchtlinge. Das Bundesverwaltungsgericht (BVGer) liefert dafür diverse Grundlagen: So urteilte es 2017, dass Eritreer, die schon Nationaldienst geleistet haben, nicht unbedingt das Risiko eingingen, bei ihrer Rückkehr wieder zum Nationaldienst einberufen oder bestraft zu werden. Im Juli 2018 hielt das BVGer fest, dass eine Zwangsrekrutierung in den Nationaldienst an sich keine relevante Gefährdung im Sinne des Rückschiebungsverbots darstelle.

 

Das BVGer räumt in seinen Urteilen grobe Menschenrechtsverletzungen in Eritrea ein, bezieht sich aber auf zusätzliche Quellen und Mutmassungen, um daraufhin zynische Schlüsse zu ziehen. Zum Beispiel «[…] wird in Bezug auf die kolportierten Misshandlungen und sexuellen Übergriffe zumindest in Frage gestellt, dass diese systematisch stattfinden.» Die Möglichkeit einer solchen «Benachteiligung» reiche nicht aus; erst eine «hohe Wahrscheinlichkeit» wäre ein ausreichender Asylgrund.

 

Die Folge: 

In den letzten vier Jahren stieg die Anzahl Ablehnungen eritreischer Asylanträge ohne vorläufige Aufnahme von 3 auf 18 Prozent an (Berechnungen aufgrund der SEM-Asylstatistiken: Anzahl Ablehnungen ohne vorläufige Aufnahmen, im Vergleich zur Anzahl Erledigungen). 3589 Personenkönntendavon betroffen sein – dies ist die Anzahl EritreerInnen,deren Asylgesuche seit 2006 vom SEM abgelehnt wurden und von denen anzunehmen ist, dass sie sich mangels Alternative noch in der Schweiz befinden. Diese Zahl könnte 2019 durch eine Neuüberprüfung vonbis zu 3200 Dossiers von vorläufig aufgenommenen EritreerInnen weiter ansteigen. Wenn aufgrund dieser Überprüfung eine vorläufige Aufnahme aufgehoben wird, muss die Person grundsätzlich ausreisen. Mangels Rücknahmeabkommen kann die Schweiz diese Menschen aber nicht zwingen, in ihr Land zurückzukehren. Freiwillig geht kaum jemand zurück. So werden Tausende eritreische Flüchtlingezu Langzeit-Nothilfebezügern, die kein Recht auf Arbeit, Sprachkurse, Ausbildung oder Sozialhilfe haben. Anders gesagt: Unser Land führt eine Verelendungspolitik gegenüber Menschen, denen in ihrer Heimat gröbste Menschenrechtsverletzungen drohen.

 
 
 

Wichtigstes Herkunftsland von Asylsuchenden in der Schweiz im Jahr 2018 war Eritrea. Während 2005 nur 181 Eritreer in der Schweiz ein Asylgesuch stellten, waren es auf dem Höhepunkt 2015 fast 10 000. Letztes Jahr stellten 2825 Eritreer ein Asylgesuch.

 
 
 
 

Petition als PDF

 

 

Petition zum Menschenrechtstag 2019 als PDF in Deutsch, Französisch oder Italienisch

 
 

Links

Übersicht der verschärften Schweizer Asylpraxis bei humanrights.ch

 

« Analyse des durcissements de la pratique suisse à l’égard de requérant-e-s erythréen-ne-» der Schweizerischen Flüchtlingshilfe

 

« Durcissements à l’encontre des Érythréen·ne·s : une communauté sous pression » der Schweizerischen Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht in Genf