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Kampagne zum Tag der Menschenrechte, 10. Dezember 2021

 

Katar 2022: Baustelle Menschenrechte

 

Fussball-Weltmeisterschaft 2022: im Schatten des Rampenlichts

 

«Das prestigeträchtigste Turnier der Welt»: So bewirbt die Fifa die Fussball-Weltmeisterschaft, die Ende 2022 in Katar stattfinden wird. Doch so richtig warm ums Herz wird nicht mal den leidenschaftlichsten Fussballfans. Seit der Vergabe an Katar sind kontinuierlich Menschenrechtsverletzungen ans Licht gekommen, dies vorwiegend im Zusammenhang mit dem Bau der WM-Infrastruktur. Mit diesem Dossier wollen wir einen Einblick in die so tragische wie merkwürdige Sachlage geben – und zum Handeln anregen.

 

Text: Katleen De Beukeleer, Verantwortliche für Kampagnen & Kommunikation

 
 
 

Norwegische Nationalspieler, die an einem WM-Qualifikationsspiel T-Shirts tragen mit der Aufschrift: «Menschenrechte, auf dem Platz und daneben». Das Emirat Katar, das man seit einigen Jahren kennt als Land, wo zwanzigjährige Arbeitsmigranten schutzlos von der Sommerhitze dahingerafft werden. Die Fifa, die in Kombination mit dem englischen Wort «corruption» auf Google Dutzende Millionen Treffer ergibt. Doch vieles deutet darauf hin, dass die Fussball-Weltmeisterschaft 2022, die vom 21. November bis 18. Dezember 2022 in Katar ausgetragen wird, anders sein wird. Dass sie Veränderungen in Gang setzen kann: mehr Transparenz, mehr Menschenrechte, mehr Bewusstsein. Tatsächlich ist schon Einiges geschehen – aber lange nicht genug. Offen bleibt auch die Frage, wie nachhaltig diese Veränderungen sein werden. Die Diskussion um die Achtung der Menschenrechte durch Katar und die Fussballverbände sollte nicht verstummen, sobald der Ball über den Rasen rollt.


An Glanz wird es den Bildern, die wir nächstes Jahr in der Vorweihnachtszeit zu sehen bekommen werden, nicht fehlen. Die grösste WM-Baustelle jedoch wird sich nicht annähernd aufgeräumt präsentieren: die Menschenrechtslage.

 
 

Der Tag der Menschenrechte

 

Der Tag der Menschenrechte ist der Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 durch die UNO-Vollversammlung verabschiedet wurde. Er wird jedes Jahr weltweit am 10. Dezember begangen.

 
 
 

Radio-Interview zur Kampagne

Radio Life Channel-Interview zu dieser Kampagne mit unserer Kampagnenverantwortlichen Katleen De Beukeleer

 

 

 
 

 

Das sagen ...

die Arbeiter

 

Endlich ein besseres Leben. Das erhoffte sich Kennedy, als er bei einem Jobvermittler in seiner Heimat Kenia einen Vertrag als Arbeiter «im Hausdienst» in Katar unterschrieb. Doch was er in Katar erlebte, beschreibt der als Strassenkind aufgewachsene Kennedy später als «die Hölle».

 
 
 

«An meinem ersten Arbeitstag wurde ich ohne Sicherheitseinweisung damit beauftragt, Chemikalien für die Baustellen zu transportieren. Ich bekam lediglich eine Atemmaske, um den aufgewirbelten Staub der Mischchemikalien nicht einzuatmen. Bei 50 Grad schwitzte man unter der Maske wie sonst was. Die Maske wurde immer feuchter. Ich hob sie einmal an, um mir den Schweiss trocken zu wischen. Dabei muss ich etwas von den Chemikalien eingeatmet haben. Meine Zunge schwoll innerhalb kürzester Zeit an und ich bekam kaum noch Luft. Ich wurde in ein Krankenhaus gefahren. […] Während der Operation wurde mir ein Zahn gezogen und ich bekam mehrere Spritzen in meine Zunge. Die Company übernahm keine Kosten und die ungefähr 185 Dollar sollten mir von meinem Gehalt abgezogen werden. Nach meiner Entlassung […] musste ich direkt wieder arbeiten.»

 

 «[Das Camp] war wie eine kleine Stadt mit 40- bis 50 000 Einwohnern. Dort lebten Leute aus Ost-, West- bis Zentralafrika, Vietnamesen, Philippinos, Inder und Pakistanis. […] Wir lebten mit mehreren Menschen in einem viel zu kleinen Zimmer, welches verschmutzt, verschimmelt, undicht und voll mit Kakerlaken und Ratten war. […]  Für Verpflegung hatten wir ungefähr 45 Dollar pro Monat zur Verfügung. Da aber die Preise für Wasser sehr hoch waren, war das nicht annähernd ausreichend.»

 

«Jeden Tag sind Krankenwagen zu den Baustellen gekommen, um leblose Menschen einzusammeln, welche durch die Hitze oder die Chemikalien nicht überlebt hatten.» 

 
 

Kennedy arbeitete 2013 in Katar.


Zitate aus einem Erfahrungsbericht, erschienen im Magazin «TACHELES!» der Fangemeinschaft «The Unity – Ultras Dortmund 2001». Ein Mitglied von «The Unity» lernte Kennedy in Kenia kennen. Mit der Veröffentlichung dieses Berichts wollten die Dortmund-Fans auf die katastrophalen Arbeitsbedingungen im Vorfeld der WM 2022 in Katar aufmerksam machen.

 
 
 

 

Das sagt ...

die Fifa

 

Es kam wie ein Donnerschlag. Am 2. Dezember 2010 gab Sepp Blatter, damaliger Chef des Weltfussballverbands Fifa, bekannt, dass die Fussball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar stattfinden würde. Eine Vergabe in eine Diktatur ohne Fussballtradition? Das war gegen alle Erwartungen. Spätestens jetzt wurde die Fifa zum Inbegriff von Profitgier und Korruption. Bis heute sind die Korruptionsvorwürfe nicht abgeflaut.

 

Nach der Vergabe startete Katar zahlreiche Giga-Bauprojekte, darunter acht neue Stadien, einen Flughafen, Strassen, öffentliche Verkehrsmittel, Hotels und eine neue Stadt, in der das Endspiel stattfinden wird. Zeitgleich häuften sich Berichte über grobe Menschenrechtsverletzungen beim Bau dieser Infrastruktur. Die Fifa kam unter Zugzwang. 2017 veröffentlichte sie Leitprinzipien zu Menschenrechtsfragen. Gemeinsam mit Katar publizierte sie 2019 eine Nachhaltigkeitsstrategie für die Fussball-WM. Darin ist die Rede von einem «Vermächtnis erstklassiger Standards und Praktiken für die Arbeiter*innen in Katar und weltweit», das diese WM hinterlassen solle. Menschenrechtsorganisationen und Arbeiterbewegungen wählen ein weniger prunkvolles Vokabular. Sie sind sich einig: Es gibt noch viel zu tun.

 

Als «The Guardian» anfangs 2021 die Zahl von 6500 toten ArbeitsmigrantInnen in Katar seit 2010 ins Spiel brachte, nahm ein Sprecher der Fifa wie folgt Stellung:

«Aufgrund der sehr strengen Gesundheits- und Sicherheitsmassnahmen ist die Häufigkeit von Unfällen auf den Baustellen der Fifa-WM im Vergleich zu anderen grossen Bauprojekten weltweit gering».

Beweise nannte er keine. Die Verantwortlichen der WM 2022 behaupteten, es solle nur 37 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Bau der Stadien gegeben haben, von denen 34 als «nicht arbeitsbedingt» eingestuft wurden.

 
 
 

 

Sepp Blatter, Präsident des Weltfussballverbands Fifa von 1998 bis 2016

(BILD: Roosewelt Pinheiro/Abr, CC BY 3.0 BR, via Wikimedia Commons)

 
 
 

 

Das sagen ...

die Zahlen

 

  • Fläche: 11 571 km2 (ungefähr doppelt so gross wie der Kanton Wallis) 
    (Quelle: Wikipedia)

  • BIP: ca. 63 000 Dollar pro Kopf (2019). Damit belegt Katar Platz 9 im Ranking der reichsten Länder. (Vergleich: Die Schweiz belegt Platz 2 mit ca. 82 500 Dollar pro Einwohner) 
    (Quelle: Handelsblatt) 

  • Geografie: flache und trockene Wüstenlandschaft 

  • Klima: Wüstenklima. Durchschnittstemperaturen: 17°C (Januar) bis 36°C (Juli). Von Juni bis September ist es heiss und feucht, mit Tagestemperaturen von bis zu 50°C. Beispielsweise war es im Juni, Juli und August 2021 an 39 Tagen (= 42 % der Tage) 43°C und wärmer. Durchschnittliche Niederschlagsmenge: 70 mm pro Jahr. 
    (Quelle: britannica.com, timeanddate.com, visitqatar.qa) 

  • Rechtssystem: Gemäss Art. 1 der katarischen Verfassung ist die Scharia die wichtigste Rechtsquelle. 

  • Grad der politischen Freiheit und Bürgerrechte: 25 Punkte von 100. Der Emir von Katar verfügt über alle exekutiven und legislativen Befugnisse und kontrolliert auch die Justiz. Politische Parteien sind verboten. Die einzigen Wahlen finden für beratende Räte statt. Während die katarischen Bürger zu den wohlhabendsten der Welt gehören, besteht die grosse Mehrheit der Bevölkerung aus Nicht-Staatsbürgern ohne politische Rechte, mit wenigen bürgerlichen Freiheiten und begrenztem Zugang zu wirtschaftlichen Möglichkeiten. 
    (Quelle: Freedom House) 

  • Grad der Pressefreiheit: Rang 128 von 180. Mit «AlDjazeera» verfügt Katar über einen der wichtigsten und einflussreichsten Nachrichtensender der arabischen Welt. Lange Zeit sah sich der Sender auch als Sprachrohr für Minderheiten – im Land selbst jedoch ignoriert er die Lage der Menschenrechte weitgehend. Kritik an der stark verbesserungswürdigen Situation der GastarbeiterInnen sucht man bei «Al Djazeera»vergeblich. 
    (Quelle: Reporter Ohne Grenzen) 

  • Internetzensur: 8/11 (schlechteste Note nach Nordkorea, China und dem Iran). Katar zensuriert politische Medien, schränkt soziale Medien ein und beschränkt die Nutzung von geschützten Netzwerkverbindungen (VPN). 
    (Quelle: Comparitech) 

  • Religion: Der Islam ist Staatsreligion. Unter den Expats und ArbeitsmigrantInnen gibt es Angehörige vieler weiterer Religionen, darunter ChristInnen. 
    (Quellen: Wikipedia, US Department of State) 

  • Ausmass der Christenverfolgung: gemäss Weltverfolgungsindex: 29. Rang unter 50 Ländern (Nordkorea figuriert auf Rang 1). ChristInnen ist es verboten, ihren Glauben vor einem Muslim zu äussern. Christliche KonvertitInnen, ob ausländisch oder einheimisch, werden diskriminiert, schikaniert und von der Polizei überwacht. 
    (Quelle: Open Doors) 

  • Todesstrafe: Im April 2020 liess Katar einen nepalesischen Arbeitsmigranten hinrichten. Damit beendete das Land eine 20-jährige Unterbrechung bei der Anwendung der Todesstrafe. 
    (Quelle: Amnesty International)

 

 
 
 
(KARTE: Pethrus, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (Ortsangaben: ACAT-Schweiz))
 
 
 

 

Das sagen ...

Menschenrechtsorganisationen

 

Wie viele ArbeitsmigrantInnen seit der WM-Vergabe an Katar 2010 genau ums Leben gekommen sind, weiss niemand. Eine Zahl, die immer wieder zitiert wird, ist die Schätzung von «The Guardian», die von mindestens 6500 toten ArbeiterInnen zwischen 2010 und 2020 spricht. Auch das bleibt nur eine grobe Berechnung, denn mehrere Herkunftsländer wurden nicht in die Statistik miteinbezogen. Ausserdem werden die Todesursachen der verstorbenen ArbeitsmigrantInnen nicht systematisch erfasst. 

 

Im Zusammenhang mit den ungeklärten Todesfällen schreibt Amnesty International im August 2021:

 

«Das Arbeiten in extremer Hitze und Feuchtigkeit ist eine der am besten dokumentierten und vorhersehbaren Gefahren für das Leben und die Gesundheit von Arbeitsmigrant*innen in Katar». 

 

Katar hat unter dem Druck von Menschenrechtsorganisationen und Arbeitsbewegungen Reformen in die Wege geleitet. Viele davon werden aber nicht oder unzureichend umgesetzt. Ein Beispiel davon sind die neuen Richtlinien zur Vermeidung von Hitzestress.Gemäss einem von Amnesty International befragten Experten seien diese nicht zielführend, weil keine obligatorischen Ruhezeiten vorgesehen seien. Die Verantwortung, die Arbeit zu unterbrechen, liege bei den ArbeitnehmerInnen. Da die Machtverhältnisse zwischen Angestellten und Arbeitgebern aber extrem ungleich seien, würden viele ArbeiterInnen nie von sich aus die notwendigen Pausen einlegen. 

 

Das Baugewerbe steht seit der WM-Vergabe im Fokus, ist aber lange nicht der einzige Problemsektor in Katar. Quer durch alle Wirtschaftszweige und Gesellschaftsschichten werden Menschenrechte massiv beschnitten. Frauen brauchen für jede wichtige Entscheidung die Erlaubnis ihres männlichen Vormunds. Viele Hausangestellte werden misshandelt, ausgebeutet und missbraucht. Homosexualität ist illegal. Die Verbreitung von nicht weiter definiertem «Fake News» kann mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden.  

 

Als Hauptgrund für die zahllosen Tragödien im katarischen Bausektor und bei den Hausangestellten gilt das Kafala-System. Es ist auch in weiteren Ländern Usus, vor allem in den Golfstaaten. Im Kafala-System sind ausländische Arbeitskräfte im Gastland von einem Bürgen abhängig. In der Regel ist dies der Arbeitgeber. Für ihre Aufenthaltsbewilligung beispielsweise sind die Angestellten völlig auf ihren Arbeitgeber angewiesen. Ohne sein Einverständnis dürfen sie den Job nicht wechseln. Der Staat delegiert somit die Einhaltung des Arbeits- und Aufenthaltsrechts an die Wirtschaft. Bei der Umsetzung des Kafala-Systems gibt es aber kaum Kontrollen und Regeln, was oft zu unwürdigen Lebensumständen, zu Zwangsarbeit und weiterem Missbrauch führt.

 
 

 

Das sagt ...

ACAT-Schweiz

 

Im Jahr 2020 wurde das Kafala-System formell abgeschafft. Doch die Reformen werden ungenügend umgesetzt. Indem der katarische Staat es versäumt, das Kafala-System in der Praxis zu unterbinden, ist er in hohem Masse mitverantwortlich für die weitverbreiteten unmenschlichen und erniedrigenden Behandlungen, die bis heute tausende ArbeiterInnen in Katar erleiden müssen. Deshalb ruft ACAT-Schweiz zum Menschenrechtstag 2021 die Regierung Katars in einer Petition dazu auf, die versprochene Abschaffung des Kafala-Systems schnell, tatkräftig und nachhaltig umzusetzen. → Petition unterschreiben

Die WM 2022 wird in Katar stattfinden – wie unverständlich und illegitim die Vergabe auch gewesen sein mag. Das Event soll nun dafür genutzt werden, die grossen Fussballverbände zu einem Bekenntnis und den Staat Katar zur Einhaltung der Menschenrechte zu verpflichten – jetzt und dauerhaft. Auch das weltweite Fussballpublikum soll sich umfassend informieren können und sein Gewicht gegen die Missstände der grossen Verbände in die Waage werfen. Nach unserer Auffassung spricht deshalb nichts dagegen, Boykott-Aufrufe der WM 2022 (siehe weiter unten) zu unterstützen. Der umfassende Forderungenkatalog der Boykotteure erlaubt es allen, ein Zeichen zu setzen.

 

 
 

 

Das sagen ...

die Fans

 

«Die WM 2022 in Katar ist ein dem Fussball unwürdiges Turnier. Es werden so viele Gebote der sportlichen und politischen Fairness verletzt, dass es uns unverantwortlich erscheint, an diesem Ereignis teilzuhaben, ob als aktiver Sportler*in, Funktionär*in oder nur als TV-Zuschauer*in.»

 

Das obige Zitat ist die zentrale Botschaft des deutschen Bündnisses #BoycottQatar2022, in dem zahlreiche Fanklubs vereint sind. Die Tragfläche für einen Boykott istgross in Deutschland: Gemäss einer Umfrage von «Der Spiegel» im März 2021 halte eine übergrosse Mehrheit der Deutschen die Austragung der Fussball-WM 2022 in Katar für falsch, und mehr als zwei Drittel der Deutschen befürworteten einen Boykott der WM durch den Deutschen Fussballbund.

 

«Wir haben nicht die Illusion, das WM-Turnier noch verhindern zu können. […] Der Boykott, den wir meinen, soll sich vor allem hier bei uns, in Deutschland, abspielen, möglichst vereint mit den Fanbewegungen in anderen Ländern. Es geht nicht darum, einfach den Fernseher auszuschalten und die WM zu ignorieren. Vielmehr wollen wir all die Punkte, die uns an der WM 2022 nicht passen, klar benennen: die indiskutable Menschenrechtslage in Katar; die sklavenähnlichen Lebensbedingungen für die Arbeitsmigrant*innen dort; die Gier der FIFA nach immer neuen Geldquellen; die Korruption ihrer Funktionäre; die fatale Entwicklung des Profifussballs auch in Europa.» (Zitat aus dem Infoflyer von boycott-qatar.de)

 

Die Forderungen von #BoycottQatar2022 gehen von einem Verzicht einer WM-Teilnahme durch die Fussballverbände über Aufrufe an die Medien, sich um eine ausgewogene Berichterstattung zu kümmern, bis hin zum Aufruf zu Widerstand. Wer Widerstand leisten will, könne etwa keine Produkte mit WM-Logo kaufen, nicht an Public Viewings teilnehmen, oder keine Produkte von Firmen kaufen, die im Rahmen der WM aktiv werben.

 

Die Schweiz hingegen übt sich, wie in so vielen Debatten, in Zurückhaltung. Einzelne Gruppierungen, darunter die Juso, rufen zum Boykott auf. Josef Zindel, Präsident von Fanarbeit Schweiz, erklärte jedoch im April 2021 gegenüber der «Wochenzeitung»: «Zurzeit ist uns keine breit angelegte Organisation von Boykottbefürwortern in der Schweizer Fanszene bekannt.»

 
 

 

Das sagt ...

Katar

 

«Die Fussball-WM 2022 […] wird ein Katalysator für weitere Fortschritte beim Wohlergehen der Arbeitnehmenden und bei der Arbeitsreform sein.»
(Zitat aus der Website der Kommunikationsstelle der katarischen Regierung)

 

 
 
 

 

Stark und fortschrittlich: So präsentiert sich das offizielle Katar gerne. (Hier das Hotel «The Torch» in der Hauptstadt Doha.)

(BILD: Bashir mohd auf Unsplash)

 
 
 

 

Für Katar ist die WM-Austragung von kolossaler Bedeutung. Um in der Region an Macht und Einfluss zu gewinnen, setzt das reiche, aber kleine Golfemirat auf Partnerschaften mit dem Westen – vor allem in den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Sport. «Soft Power» nennt sich das. Die Austragung der WM 2022 ist der wohl wichtigste Teil dieser Strategie.


Auch in der Aussenpolitik versucht das Emirat im Gespräch zu bleiben. Katar war etwa jahrelang Gastgeberland für Vermittlungsgespräche zwischen den USA, der damaligen afghanischen Regierung und Taliban-Vertretern. Die Beziehungen zu den Taliban will Katar nun nutzen, um in Afghanistan ein wichtiger Player zu bleiben.


Menschenrechtsorganisationen begrüssen die eingeleiteten Reformen, kritisieren aber weiterhin deren mangelnde Umsetzung.

Blumige Versprechen im Vorfeld der grossen Fussballparty 2022 reichen nicht. Katar soll diese Versprechen sofort und dauerhaft implementieren. Unterstützen Sie diese Forderung mit Ihrer Unterschrift für die ACAT-Petition an die katarische Regierung!

Katleen De Beukeleer, Kampagnen- und Kommunikationsverantwortliche ACAT-Schweiz

 
 
 

Dossier als PDF

 

 

Kampagnendossier zum Menschenrechtstag 2021 als PDF:

Deutsch

Französisch

 
 

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