Türkei: SOHRAM

 
 

Seit 17 Jahren hilft SOHRAM den zahlreichen Opfern von Folter und Gewalt und deren Familien in der türkischen Stadt Diyarbakir. Als unabhängige Organisation ist SOHRAM auf Ihre Unterstützung angewiesen!

 

SOHRAM-CASRA ist das erste und einzige Zentrum in der Region um Diyarbakir, das traumatisierten Menschen, Opfern von Folter und anderer missbräuchlicher Behandlung kostenlose psychotherapeutische Behandlung und Medikamente anbietet. Das Angebot steht allen Menschen unabhängig von Herkunft, Ethnie, politscher Einstellung und Religion offen. SOHRAM unterstützt und begleitet auch die Familien der Betroffenen.

Im Folgenden ein Überblick über die Tätigkeit von SOHRAM der letzten 17 Jahre.

 

 

Seit seiner Gründung im Jahr 2000 hat SOHRAM:

  • 3280 Personen, die Opfer von Folter und anderer missbräuchlicher Behandlung wurden, behandelt und medizinisch versorgt
  • 752 Personen, bei denen die Situation besonders schwierig war, juristische Unterstützung zukommen lassen
  • 1978 Familien durch Sozialarbeiterinnen begleitet und für 418 Personen, die ihre Arbeit verloren hatten, Jobs gefunden
  • 1508 Kindern einen Schulabschluss ermöglicht; 163 von ihnen sind jetzt an derUniversität und viele helfen selber als Freiwillige bei SOHRAM

 

 

2017 hat SOHRAM:

  • Nahrungsmittelhilfe für 184 geflüchtete Familien geleistet, sowie materielle Unterstützung in Form von Decken, Matrazen, kleinen Heizkörpern usw.
  • 162 Jugendlichen ein Ausbildungsprogramm ermöglicht, 46 davon sind syrischer Herkunft

 

 

Durch Ihre finanzielle Unterstützung ermöglichen Sie SOHRAM, die therapeutische Hilfe für Folteropfer fortzuführen!

 

 

 
 

Mehr zu der Situation in Diyarbakir und der Arbeit von SOHRAM:

> Brief von Yavuz Binbay, Gründer von SOHRAM, 2016

> acatnews, November 2015

 
 
 

Ein Zentrum für Sozialhilfe, Rehabilitation und Wiedereingliederung für benachteiligte Bevölkerungsgruppen im Südosten der Türkei

 
 

Das politisch unabhängige Zentrum SOHRAM (Sozialhilfe, Rehabilitation und Wiedereingliederung von Inlandflüchtlingen) in Diyarbakir im Südosten der Türkei unterstützt benachteiligte Bevölkerungsgruppen der Region. Es kümmert sich insbesondere um intern Vertriebene, die vielfach Opfer von Gewalt und politischer Repression geworden sind.

 

Die Gegend von Diyarbakir ist seit Jahrzehnten von politischer Gewalt und Unterdrückung geprägt. Über eine Million Menschen (nach andern Schätzungen 2-3 Millionen) wurden im Rahmen der Guerillabekämpfung aus ihren Dörfern vertrieben und siedelten sich in Armenvierteln der grossen Städte an. Viele sind von erlittener Gewalt traumatisiert.

 
 

Eine Frau während einer Therapiesitzung mit einem Psychologen im SOHRAM Zentrum.

 

SOHRAM kümmert sich um diese Personen, die in Folge von Flucht, Folter oder Misshandlung unter psychischen Beschwerden leiden. Um ihnen zu helfen, hat die Organisation einerseits ein Therapieprojekt und andererseits ein Projekt für die Unterstützung der Schulbildung geschaffen. Soweit es die finanziellen Mittel erlauben, werden diese Massnahmen durch einen medizinischen, rechtlichen und sozialen Beistand abgerundet: Sprechstunden und Medikamente, Beratung, Suche nach Arbeitsplätzen oder Verteilung von second-hand-Kleidern. Weiter bietet die Organisation einmal pro Woche ein Seminar zur Sensibilisierung in Bezug auf die Rechte der Kinder an. Zudem will sie Toleranz und Ausbildung zum Frieden fördern.

SOHRAM gewährt allen Folteropfern kostenlose rechtliche Unterstützung. Ihre Akten werden vorbereitet und den nationalen Rechtsinstanzen oder dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg unterbreitet.

 
 

ACAT-Schweiz unterstützt seit 2002 mit Geldern aus ihrem Fonds „SOHRAM" gezielt die Traumatherapie von SOHRAM für Opfer von Folter und Gewalt. Das psychotherapeutische Angebot ist einzigartig in der Region und verzeichnet eine grosse Nachfrage: Seit 2002 ist die Psychotherapie schon mehr als 1600 Personen zugute gekommen, von denen etwa 60% aus politischen Gründen Opfer der Gewalt wurden. Etwa zwei Drittel der PatientInnen sind auf Polizeiposten gefoltert worden. Infolge der angespannten politischen Situation hat SOHRAM wieder zunehmend Kenntnis von Festgenommenen erhalten, welche beim Verhör gefoltert wurden.

Einige Opfer sind ausserdem vom Krieg traumatisierte irakische und syrische Flüchtlinge. Die aktuelle politische Krise in Diyarbakir verschärft zudem die Problematik der Intern-Vertriebenen: eine steigende Anzahl Menschen ist gezwungen an anderen Orten oder in anderen Stadtteilen Schutz zu suchen.

 
 

Porträt des Gründers von SOHRAM

 

Yavuz Binbay ist der Gründer von SOHRAM, einem Zentrum für Hilfe an Opfer von Folter und Gewalt. Dieses befindet sich in der mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadt Diyarbakir und bietet als erste Institution in der Region psychologische Hilfe an.

 

Yavuz Binbay, 1956 in der Stadt Siirt im Südosten der Türkei geboren, stammt aus einer arabisch-kurdischen Familie sufistischer Tradition. „Ich sprach zu Hause arabisch und mit meinen Freunden kurdisch. Türkisch habe ich in der Schule gelernt.“ Eine von den Behörden verleugnete gemischte Identität: „Als ich geboren wurde, durfte mein Vater mir nicht meinen Vornamen geben. […] Yavuz ist der türkische Vorname, den mir der Gouverneur gegeben hat.“

 

Nach dem Geologiestudium mit Spezialisierung in der Erdölförderung arbeitet Yavuz Binbay als Ingenieur im ostanatolischen Van. Nach dem Militärputsch von 1980 wird er verhaftet und in einem Militärgefängnis gefangen gehalten. „Das war schlimmer als Guantánamo. Ständig gab es neue Foltermethoden“, sagt der ehemalige Häftling, der dank seines Glaubens durchgehalten hat.

 

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Unterstützen Sie die Arbeit von SOHRAM: Postkonto 12-39693-7 (ACAT-Schweiz) mit dem Vermerk „SOHRAM". Herzlichen Dank!

 
 

Brief von Yavuz Binbay, dem Gründer von SOHRAM, zur Situation in Diyarbakir 2016

 
 

Dokumentation

 

Weitere Informationen über SOHRAM und zum psychotherapeuthischen Projekt, das das Zentrum Folteropfenr und Opfern von Misshandlungen anbietet, finden Sie in der allgemeinen Präsentation über SOHRAM und im Jahresbericht 2015 (französisch).