Die Situation in den Gefängnissen in Kamerun

 
 

Im zentralafrikanischen Land Kamerun - mehr als zehn Mal so gross wie die Schweiz und mit der 2 ½-fachen Bevölkerung - ist die Lage in den Gefängnissen sehr prekär.

 

Mit einer Belegung von ca. 160% sind die Anstalten massiv überfüllt, was die Probleme bezüglich Hygiene, Ernährung, Gesundheit etc. noch verschärft. Eine wichtige Ursache für die krasse Überbelegung liegt in der Justiz: Die Verfahren sind schleppend, Dossiers werden auf die lange Bank geschoben, und die Gefangenen müssen oft jahrelang - manche fast ein Jahrzehnt - auf ihren Prozess warten. Das führt dazu, dass 62% der Insassen Untersuchungshäftlinge sind (Schweiz: 31%). In Zahlen bedeutet dies, dass etwa 14'500 von insgesamt rund 23'500 Insassen noch auf ihren Prozess warten und vielleicht unschuldig sind.

 

Diese unhaltbare Situation trifft die Jugendlichen in den Gefängnissen besonders hart, weshalb sich EMINED dieser speziell verletzlichen Gruppe von 150 bis 200 Minderjährigen in den Gefängnissen der Hauptstadt annimmt. Der Jugendliche, den EMINED dank hartnäckiger Anwaltsarbeit und mit der finanziellen Unterstützung von ACAT-Schweiz aus dem Gefängnis holte und der im Juli 2010 seine Matura schaffte, steht stellvertretend für die Erfolge, die EMINED für die Einzelnen und für die Gesellschaft verbuchen kann.