Medienmitteilung

 
 
 

Das Leiden der vergessenen Häftlinge im Gefängnis Makala in der Demokratischen Republik Kongo

 
 

 
 

Bern, 23. März 2016 – ACAT-Schweiz, die Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter, und ihre Partnerorganisation ACAT-DR Kongo sowie die Dachorganisation FIACAT (Internationale Föderation der ACAT) sind entrüstet über die missbräuchliche Untersuchungshaft im Gefängnis Makala in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo). Zum Karfreitag lanciert ACAT-Schweiz eine Kampagne gegen diese Missstände und ruft ihre Mitglieder und SympathisantInnen zur Unterstützung auf für ein Projekt, mit welchem die «Vergessenen», die seit Jahren im Gefängnis schmachten, identifiziert und unterstützt werden sollen. ACAT-DR Kongo wird dieses Projekt vor Ort verwirklichen.

 

Krasse Unmenschlichkeit bestimmt das Gefängniswesen in der DR Kongo, insbesondere in der Anstalt für Haftvollzug und Rehabilitation von Kinshasa, dem berüchtigten Makala-Gefängnis. In diesem grössten Gefängnis von Kinshasa sind die Insassen meist auf so engem Raum zusammengepfercht, dass sie sich kaum zum Schlafen hinlegen können. Untersuchungshäftlinge vegetieren teils jahrelang im Gefängnis dahin, ohne zu wissen weshalb. Die Internationale Föderation der ACAT (FIACAT) und ACAT-DR Kongo nehmen sich der Fälle der «Vergessenen» an und ACAT-Schweiz unterstützt sie anlässlich des Karfreitags 2016 dabei.

 

Das Projekt besteht darin, dass ACAT-DR Kongo im Gefängnis Makala Häftlinge identifiziert, welche missbräuchlich in Untersuchungshaft sitzen, und sie in den verschiedenen Etappen des Verfahrens begleitet, damit ihre Fälle vor Gericht kommen. Je nach Situation ist hierfür ein engagiertes Plädoyer bei den zuständigen Behörden erforderlich.

 

Das Projekt «missbräuchliche Untersuchungshaft» der FIACAT ist in Zusammenarbeit mit den lokalen ACATs bereits in Benin und in der Elfenbeinküste umgesetzt worden. 2015 wurden 65 Gerichts- und Strafvollzugsbeamte sowie 25 ACAT-Mitglieder ausgebildet. Schon über 120 Personen in missbräuchlicher Untersuchungshaft wurden eruiert und mehr als 80 Beschuldigte entlassen.

Die Spendensammlung von ACAT-Schweiz im Rahmen dieser Karfreitagskampagne stellt eine bedeutsame Unterstützung für die Partner-ACAT dar, welche sich vor Ort für die Freilassung der Untersuchungshäftlinge einsetzt. 

 

Die Menschenrechtsorganisation ACAT entstand 1981 als „Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter“. Sie setzt sich mittels Kampagnen, Briefaktionen und Sensibilisierungsarbeit für die Abschaffung von Folter und Todesstrafe weltweit ein und interveniert in Fällen von willkürlichen Inhaftierungen und unfairen Prozessen.

 

Kontakt : Lise Corpataux oder Hortense Gianini,  Kampapagnenbeauftragte von ACAT-Schweiz
l.corpataux(a)acat.ch, Tel. 031  312  20  44 /079 756 08 68, h.gianini(a)acat.ch, Tel. 031  312  20  44 /079 744 56 63

 

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