Medienmitteilung Nächtliche Gebetswache

 
 

 

Nächtliche Gebetswache am Internationalen Tag zur Unterstützung von Folteropfern

Bern, 16. Juni 2017 – Am 26. Juni 2017 jährt sich der Internationale Tag zur Unterstützung von Folteropfern zum 20. Mal. Auch dieses Jahr findet wieder die Nächtliche Gebetswache statt. ACAT-Mitglieder und kirchliche Kreise sind dazu aufgerufen Teil zu werden der weltweiten Gebetskette und so ihre Solidarität mit den Opfern von Folter zu zeigen.

 

Das Thema der diesjährigen Nächtlichen Gebetswache ist «Hoffnung… wider alle Hoffnung?».? Der spirituelle Text wurde von ACAT-Frankreich konzipiert und vom ACAT-Netz übernommen. Zentrales Element für die Koordination und den Austausch interessierter Menschen ist die Webseite www.naechtlichegebetswache.com.

 

Um den Opfern von Folter ein Gesicht zu geben, werden die Schicksale von zehn Menschen vorgestellt. In diesem Zusammenhang nehmen wir zum ersten Mal auch zwei Fälle aus der Schweiz auf. ACAT-Schweiz will auch im eigenen Land hinsehen. Das Argument, dass anderenorts unvergleichlich schlimmere Zustände herrschen, kann kein Grund sein, zu Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land zu schweigen.

 

Exemplarisch der Fall von Wilson A., der wiederholt Opfer von Polizeigewalt wurde. Nach einem jahrelangen Justizmarathon stehen die beteiligten Polizeibeamten nun Mitte Juni vor Gericht. ACAT-Schweiz will Menschen wie Wilson A. bestärken, das ihnen angetane Unrecht zu benennen und sich zu wehren. Oft ist Racial Profiling die Ursache für unsachgemässe Kontrollen durch die Polizei, Sensibilisierung dazu ist sowohl in der Ausbildung der PolizistInnen, wie auch in der breiten Bevölkerung extrem wichtig.

 

Weiter beleuchten wir die Situation der baskischen Aktivistin Nekane Txpartegi, welcher aufgrund eines unter Folter zustande gekommenen Geständnisses die Auslieferung aus der Schweiz nach Spanien droht. Die Schweiz steht in der Verantwortung, solche Vorwürfe detailliert abzuklären und betroffene Menschen bis dahin auf keinen Fall auszuliefern. Leider wurden verschiedene unabhängige Gutachten, welche die Foltervorwürfe der Frau untermauern, von den zuständigen Behörden ignoriert.

 

Der Fokus auf die Schweiz steht auch im Zeichen der neuen Ausrichtung von ACAT-Schweiz, die sich vermehrt der Situation im eigenen Land widmet.

Weitere Informationen zur Kampagne unter http://www.acat.ch/de/aktiv_werden/kampagnen/naechtliche_gebetswache/

 

Weitere Informationen unter: http://www.acat.ch/de/aktiv_werden/kampagnen/naechtliche_gebetswache/
Kontakt: Sophie Kreutzberg, Kampagnenbeauftragte für ACAT-Schweiz
E-Mail s.kreutzberg@acat.ch, Telefon 031 312 20 44